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Jedes Kind kann Rechnen lernen
mit der Bingo-Rechentherapie

Hilfe bei Rechenschwäche

Mögliche Ursachen einer Rechenschwäche

So vielfältig das Erscheinungsbild der Dyskalkulie ist, so unterschiedlich können auch die Ursachen sein, die zu einer Rechenschwäche führen. Meist liegt einer Dyskalkulie ein ganzes Ursachenbündel zu Grunde, keine Rechenschwäche gleicht der anderen. Eltern, Lehrern und Fachleuten stellt sich in diesem Zusammenhang auch die Frage, warum heute immer mehr Kinder Schwierigkeiten haben, das Rechnen zu lernen.

Veränderte Kindheit

Unsere Gesellschaft ist in einem kontinuierlichen und immer rascheren Wandel begriffen, und mit ihr verändern sich auch die Lebens- und Lernbedingungen unserer Kinder. Sie wachsen heute in einer völlig anderen Lebenssituation auf als noch die Generation ihrer Eltern.

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Bewegungsarmut

In unserer hoch entwickelten westlichen Welt stehen den Kinder heute immer weniger natürliche Spiel- und Bewegungsräume zur Verfügung. Die Möglichkeiten zum Spielen, Entdecken und Erforschen draußen in der freien Natur sind stark eingeschränkt. Daher können sie ihr angeborenes Bewegungsbedürfnis nicht mehr genügend ausleben. Sie haben auch kaum mehr Gelegenheit, die für die kindliche Entwicklung unabdingbaren körperlichen Wahrnehmungserfahrungen zu machen. Immer seltener sehen wir heute Kinder, die spontan auf der Straße Blinde Kuh, Räuber und Gendarm, Verstecken, Seilhüpfen, Ball, Gummitwist oder Himmel und Hölle spielen - alles Aktivitäten, die zum selbstverständlichen Bewegungsrepertoire früherer Generationen gehörten. Spielerisch erwarben sie sich so wichtige Grundvoraussetzungen für ihre kognitive Entwicklung.

Inge Flehmig, Leiterin des Hamburger Instituts für Kindesentwicklung, bringt es auf den Punkt, wenn sie sagt: »Solange Kinder nicht hüpfen können, brauchen wir ihnen keine Zahlen beizubringen. Sie klettern zu wenig auf Bäume und matschen zu wenig im Dreck.«

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Virtuelle statt reale Sinneserfahrungen

Kinder machen heute ihre Erfahrungen immer weniger in ihrer natürlichen Umwelt. Sie leben täglich viele Stunden in einer zweidimensionalen Scheinwelt, geprägt von Fernsehsendungen, Video- oder DVD-Filmen, Gameboyprogrammen und Computerspielen meist zweifelhafter Qualität. Für viele Kinder beginnt der Medienkonsum, schockierend genug, bereits mit dem »Frühstücksfernsehen«. Die elektronischen Medien sprechen jedoch lediglich ihre Fernsinne, das heißt den Seh- und den Hörsinn an. Hinzu kommt: Je jünger die Kinder sind, desto mehr werden ihre Fernsinne durch die ständige Reizüberflutung überfordert. Die Nahsinne wie der taktil-kinästhetische Sinn (Berührungs- und Bewegungssinn) und das Gleichgewichtssystem können sich dagegen ohne entsprechendes Sinnes- und Bewegungstraining nicht entwickeln. Überdies sind die Kinder häufig noch nicht in der Lage, Realität und virtuelle Welt auseinander zu halten. Welche Folgen diese Entwicklung für die körperliche, seelische und geistige Gesundheit sowie auf die Fähigkeit unserer Kinder hat, den späteren schulischen Anforderungen zu genügen, kann man sich unschwer vorstellen.

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Ernährung

Aufgrund von Zeitmangel der Eltern ernähren sich heute viele Kinder nur noch von denaturierten Fertigprodukten und stark zuckerhaltigen Getränken. Eine gesunde Ernährung, reich an Vitaminen und Mineralien ist jedoch nicht nur für die körperliche Gesundheit, sondern auch für die geistige Leistungsfähigkeit von großer Bedeutung. Daher ist bei jeder Lernstörung auch dieser Faktor mit in Betracht zu ziehen.

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Psychosoziale Ursachen

Bei der Entwicklung einer Lernschwäche wie der Dyskalkulie spielen auch psychosoziale Bedingungen eine wichtige Rolle. Seelische Ruhe, Stabilität und Ausgeglichenheit, ein gesundes Selbstwertgefühl und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten sind unabdingbare Voraussetzungen für den Lernerfolg des Kindes, gerade im Fach Mathematik. Eine ganze Reihe von Bedingungen können die Lernentwicklung des Kindes jedoch ungünstig beeinflussen. Hierzu gehören

  • Zeitmangel. Infolge der Berufstätigkeit beider Eltern oder weil ein Elternteil alleinerziehend ist, stehen heute viele Eltern unter erheblichem Zeitdruck. Sie haben aufgrund ihrer Doppelbelastung oft nicht mehr die Kraft, ihren Kindern bei Lernschwierigkeiten mit Geduld zur Seite zu stehen und ihre Lernentwicklung zuversichtlich zu begleiten. Nicht selten übertragen Eltern auch eigene Ängste auf das Kind und können so zu seiner Lernblockade beitragen.
  • veränderte Familienstrukturen. Immer mehr Kinder sind heute Scheidungswaisen und wachsen nur noch bei einem Elternteil auf. Wenn es den Eltern nicht gelingt, ihre Beziehung als Partner auf reife Art und Weise zu beenden und ihre Beziehung als Eltern verantwortungsvoll weiterzuleben, tragen die Kinder vielfach eine seelische Last und haben den Kopf nicht frei für ihre eigene seelische und geistige Entwicklung.
  • die Einkindfamilie. Viele Kinder wachsen inzwischen ohne Geschwister auf, leben daher vorwiegend unter Erwachsenen, die sich oft ganz auf deren Bedürfnisse einstellen. So können sie wichtige soziale Erfahrungen mit Gleichaltrigen erst ab dem Kindergartenalter machen. Mangelndes Sozialverhalten und Verhaltensauffälligkeiten wie Aggressivität, Impulsivität, fehlende Frustrationstoleranz, Unfähigkeit zu Bedürfnisverzicht und zu Kompromissbereitschaft werden häufig beobachtet. Solche psychischen Blockaden hemmen auch die geistige Entwicklung und können zu Lernstörungen führen.
  • ein veränderter Erziehungsstil. Wurden Kinder früherer Generationen oft durch einen zu strengen Erziehungsstil in ihrer Entwicklung beeinträchtigt, so sind heute viele Eltern in Fragen der Erziehung verunsichert. In vielen Fällen wagen sie es nicht mehr, ihren Kindern Grenzen zu setzen, Orientierung zu geben und ihnen als Mitglied einer Familiengemeinschaft Verantwortung für bestimmte Aufgaben zu übertragen. So können die Kinder nicht mehr die Erfahrung machen, dass Disziplin, Leistungsbereitschaft, Motivation, Ausdauer und die Übernahme von Verantwortung für das eigene Leben und die Gemeinschaft unabdingbare Voraussetzungen für persönliches Wachstum und Lernerfolg darstellen.
  • gesellschaftliche oder familiäre Vorurteile. Teilweise gelten Mädchen in unserer Gesellschaft in den Naturwissenschaften heute immer noch als weniger begabt als Jungen. Das bleibt nicht ohne Folgen für das Selbstverständnis und das Vertrauen der Mädchen in die eigene mathematisch-naturwissenschaftliche Begabung. Eltern verstärken oft unbewusst die Vorbehalte ihrer Kinder gegenüber dem Fach Mathematik, wenn sie ihnen erzählen: »Ich war auch schlecht im Rechnen, das hast du von mir geerbt.« Vor diesem Hintergrund ist es schwierig, sich auf das Fach Mathematik unbefangen einzulassen.
  • negatives Selbstbild. Ständige Misserfolge und negative Erfahrungen im Fach Mathematik, Dauerstress und Ärger in der Familie wegen der Rechenhausaufgaben wirken sich verheerend auf die Motivation und das Selbstbild des Kindes aus, das unter einer Rechenschwäche leidet. Daher ist es wichtig, in Schule und Elternhaus ein positives Lernumfeld zu schaffen, in dem das Kind sich vertrauensvoll an das Lösen von Rechenaufgaben machen kann und in dem Fehler als natürlicher Teil des Lernprozesses gelten. Werden auch die mathematischen Aufgabenstellungen seinem Lerntempo und Lernniveau angepasst, erfährt es zudem von Lehrern, Eltern oder Rechentherapeuten geduldige Begleitung und Ermutigung, dann kann es die für sein Selbstvertrauen so wichtigen Erfolgserlebnisse erzielen.
    Ganz wesentlicher Bestandteil unserer Dyskalkulie-Therapie ist daher der geduldige Aufbau von Selbstbewusstsein und Vertrauen des Kindes in die eigenen Fähigkeiten. Wir achten besonders darauf, dass es beim Rechnen immer wieder Erfolgserlebnisse erzielt, damit es die Erfahrung machen kann, dass sich sein Einsatz, seine Motivation, seine Ausdauer und seine Leistungsbereitschaft lohnen.

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Das rechenschwache Kind im Unterricht

  • Didaktische und methodische Mängel
    Mathematikbücher und didaktische Methoden im Rechenunterricht sind oft nur für mathematisch begabte Kinder geeignet und berücksichtigen die Bedürfnisse von Kindern mit Rechenschwäche nicht genügend. Übungsphasen sind zu kurz geplant. Die Arbeit mit konkretem Anschauungsmaterial ist unzureichend. Zu rasch müssen rechenschwache Kinder den Schritt von der Handlungs- auf die Symbolebene bewältigen. Das verführt sie zum bloßen Auswendiglernen, das Fundament ihres Rechenhauses steht auf unsicherem Grund. Häufig bieten die Rechenbücher für das Bearbeiten von Aufgaben verschiedene Lösungswege. Für Kinder mit Dyskalkulie ist dieses Angebot eher verwirrend.
  • Rahmenbedingungen für den Unterricht
    Kinder mit Rechenstörungen sind besonders darauf angewiesen, ein vertrauensvolles persönliches Verhältnis zu ihren Lehrern aufbauen zu können. Ebenso wichtig ist es für die Schüler, dass im Unterricht verschiedene Lernstile Berücksichtigung finden und sie auf unterschiedlichen Wahrnehmungskanälen (auditiv, visuell und vor allem kinästhetisch) angesprochen werden.
    Rechenschwache Kinder entwickeln sich günstiger in kleinen Klassen mit guter Lernatmosphäre. Dazu gehört, dass sie auch von den Mitschülern trotz ihrer Schwierigkeiten im Rechnen voll akzeptiert werden und positive Unterstützung erfahren.

In unserer Rechentherapie können wir die besonderen Bedürfnisse der rechenschwachen Kinder berücksichtigen. Wir passen uns ihrem Lerntempo und ihrem Lernniveau an. Sie erhalten ausreichend Gelegenheit zu üben und so lange mit Anschauungsmaterial zu arbeiten, bis sie dieses zum Lösen von Rechenaufgaben nicht mehr benötigen. Wir berücksichtigen selbstverständlich den individuellen Lernstil jedes Kindes und achten auf eine positive Lernumgebung.

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© Marita Biel & Brigitte AdornoImpressum